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ARBEITSKREIS BERUFSSCHÄFER
Kollegen, wir müssen was tun: Es geht um unsere Existenz!

Jetzt, wo auch noch die finanzielle Unterstützung unserer Verbände zusammengestrichen wird, genügt es nicht mehr, alle paar Jahre einen Vorstand zu wählen. Wir alle müssen an einer besseren Zukunft mitarbeiten.

In den letzten Monaten ist sehr deutlich geworden: Wir müssen in der nächsten Zeit wieder einmal drastische Einkommenseinbrüche auffangen.

  • Die Gelder für die Landschaftspflege wurden überall gekürzt,
  • die Grünlandextensivierungsprogramme werden jetzt gekürzt,
  • die landwirtschaftlichen Direktzahlungen (ehemalige Mutterschafprämie) wird wohl ab 2007 gekürzt.

Was können wir tun, damit unsere Betriebe das alles überleben?
Das geht nicht ohne Veränderungen.

1. Verbesserungen
Jeder von uns hat in seinem Betrieb noch Verbesserungsmöglichkeiten. Hier fehlt es oft an einer Beratung. Sie muss

  • praxisnah
  • betriebswirtschaftlich fundiert
  • individuell

sein.
Auch wenn es vielen von uns ein Gräuel ist: Wir müssen mehr unternehmerisch denken lernen.

2. Erweiterungen

Jeder von uns kann mehr als Schafe hüten.
Für jeden von uns gibt es passend zu seinem Betrieb ganz individuelle Möglichkeiten, Geld dazu zu verdienen.
Die Bandbreite ist groß. Das können gelegentlich ein paar Euro sein. Es kann aber auch ein stabiles, festes Zusatzeinkommen sein, das mehr einbringt als so manche Schäferei. In Rheinland-Pfalz haben wir einen Katalog von Zuerwerbsmöglichkeiten zusammengestellt. Diese ersten beiden Punkte kann jeder für sich in Angriff nehmen. Den dritten müssen wir zusammen durchsetzen.

3. Leistung bezahlt bekommen

Jeder von uns erbringt für die Gesellschaft viele Nutzen. Manche werden häufiger genannt:

  • Erholungswert der Landschaft
  • Erhalt von Lebensräumen und Artenschutz
  • Erhalt der Deiche

Andere sind kaum bekannt: Unsere Weiden sind stark durchwurzeltes, artenreiches Grünland.

  • Es dient der Sauerstoffproduktion: Unsere Weiden sind vieler Orts auch im Winter grün. Sie produzieren auch dann noch Sauerstoff, wenn die Bäume längst keine Blätter mehr haben.
  • Es dient dem Wasserschutz: Unsere Weiden sind der beste Schadstofffilter für unser Trinkwasser.
  • Es dient dem Bodenschutz: Von unseren Weiden wird kein Boden durch Wind und Wasser abgetragen. Im Gegenteil: Hier entsteht Mutterboden.

Alle diese Leistungen sind sehr viel wert. Auch in Euro. Kaum jemand weiß von unseren Leistungen. Wir haben sie immer kostenlos mitgemacht. Das ging, solange wir von unseren Produkten leben konnten.


4. Klappern gehört zum Handwerk

Nicht zur Schäferei. Wir klappern nicht gerne. Doch: Wer nicht klappert, wird nicht gehört. Wer nicht gehört wird, wird auch nicht bezahlt. Der Steuerzahler bezahlt nicht dafür, dass wir da sind. Er ist bereit, für unsere Leistungen zu bezahlen. Dafür muss der verwaltungstechnische und rechtliche Rahmen geschaffen werden. Wir haben gute Aussichten, auch bei ziemlich leeren Kassen, für unsere besonderen Dienste an der Allgemeinheit entlohnt zu werden.
Wir müssen zeigen, dass unsere Arbeit konkurrenzlos sinnvoll und konkurrenzlos preiswert, also konkurrenzlos nachhaltig ist.

Der Schwerpunkt unseres nächsten Berufsschäfertreffens wird also unsere Leistung sein:

  • Was sind unsere gemeinsamen Leistungen für die Allgemeinheit?
  • Wie können wir sie in der Öffentlichkeitsarbeit darstellen?
  • Wie können wir einen Förderrahmen für unsere Leistungen erreichen?

Nebenbei: In den letzten 50 Jahren ist eine Vielzahl anderer Berufe völlig verschwunden. Sogar welche, die es noch gar nicht lange gab. Wir haben unsere kleine Welt erhalten. Durch großen Fleiß, durch große Bescheidenheit, durch viel Einfallsreichtum. Wenn wir auf diesem Weg weitergehen, werden wir auch weiter von und mit unseren Tieren leben können.

Für den Arbeitskreis Berufsschäfer
Rolf Lückhof, Telefon 0 27 71 – 3 19 22
Günther Czerkus, Telefon 0 65 66 – 9 30 77
czerkus@eifel-lamm.de


Veranstaltungskalender:
Vorankündigung für das 6. Berufsschäfertreffen 8.- 9. September 2006,
SLVA für Viehhaltung Neumühle, 67728

 



von Fjöryn, Montag, 02 Januar 2006 12:25, Kommentare(0)
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